Ben Barritt
Large_uncropped_c43e3005
DE Berlin – Pop Jazz / Jazzrock / Folk / Pop / Jazz
Ben Barritt

Media

Ben Barritt // Still Got A Lot To Learn // Live at Berghain Kantine
Play-icon
Fan Base
Trends are built for last 28 days
Show details
Fan Locations
Gig History
No gigs added
Videos
Releases
Label / Release Type Year
Jackalope Recordings
Ab67616d0000b2738dc8b2294dd91ad890945dbc Sundial Single 2013
Edit-artist-releases-release-placeholder Sundial EP 2013
Ben Barritt
Ab67616d0000b273f994454df71c7fd45de5f2b5 Now Single 2016
Ab67616d0000b273aa37f2bb40a9738c37095f7d What Would You Like To Leave Behind? Album 2016
Musszo Records
Ab67616d0000b273a7a05958c64356e021f37ba0 Lamplighter Single 2019
Ab67616d0000b2733dcdf4127028bf36e22ec66b Everybody's Welcome Album 2019
jecordJet
Edit-artist-releases-release-placeholder What Would You Like To Leave Behind? Album 2016
Contact
Icon-booking
Booking
Blackbird Music
Clemens Müller
Icon-management
Management
Ben Barritt
Hannes Huefken
Icon-label
Publishing
Kick The Flame
Simon Alter
Press Text
Press-text-quotation-mark
"The songs I write always find themselves in a misty place between musical genres." (Ben Barritt) Wer sich als Singer/Songwriter von temporären Moden fern hält und konsequent die eigene Linie verfolgt, kann individuelle Akzente setzen und langfristig eigenes Profil entwickeln.

Ben Barritt liebt zeitlose und facettenreiche Songs, die über die üblichen Pop-Horizonte hinausschauen. Der variable Sänger, Gitarrist und Songschreiber, 1984 in London geboren und seit Jahren in der dortigen Szene fest verankert, hat mit Persönlichkeiten wie Bobby McFerrin und Kenny Wheeler gearbeitet, auf der Bühne der ehrwürdigen Royal Albert Hall geglänzt, für Bands wie Holler My Dear als Produzent gearbeitet und Tourneen durch Europa und Asien unternommen. Nach seinem bislang letzten, 2016 erschienenen Album spielte er allein in Deutschland über 100 Konzerte.

Auf seinem neuen Werk Everybody's Welcome steckt Ben Barritt nun musikalisch, atmosphärisch und soundästhetisch weite Spannungsfelder ab. Inspirieren lässt er sich dabei von britischen Folk- und Folkrock-Ikonen wie Nick Drake und John Martyn, von Stevie Wonders avanciertem Gospel-Funk, den klugen Ideen der Pop-Denker Steely Dan und Joni Mitchells wegweisenden Kooperationen mit sensiblen Jazz-Stars.

Barritts Kompositionen locken mit eingängigen, unaufdringlich schönen Melodien und unerwarteten Harmoniewechseln. Ausgefeilte und dynamische Arrangements belohnen mehrfaches Hören mit immer neuen Entdeckungen. Sie vereinen den warmen, intimen Klang der akustischen Gitarre, subtile Vignetten der E-Gitarre, Klavier, Rhodes-Piano und analogen Moog-Synthesizer, funky Riffs und offensiv groovende Basslinien. Aufleuchtende Bläsersätze, kleine Soli von Trompete oder Saxophon und eine zeitgemäße Produktion mit brillantem Sound runden Everybody's Welcome ab. Der Farbenreichtum der bis zu sieben Musikerinnen und Musiker, die Substanz der Songs sowie Barritts nachdenkliche Texte wirken im besten Sinne „sophisticated“, weit entfernt von der bisweilen zynischen Haltung des aktuellen Streamade-Pop.

2010 kam Ben Barritt als Musiker in der Band von Jim Kroft erstmals nach Berlin. Schnell fand er Gefallen an der Stadt und ihrem Lebensstil und verlegte 2013 seinen Hauptwohnsitz hier her. Auch in London gebe es Leute mit offenem Bewusstsein, sagt Barritt, doch sei die Metropole generell zu fest in der Hand des Geldes. Das Künstlerdasein in London zwinge zu Kompromissen, besonders wenn man als Session- und Studiomusiker arbeite, um die Kosten zu decken. Verglichen damit empfindet Barritt Berlin als Paradies. „Das Leben hier hat mir ein Gefühl der Freiheit gegeben“, stellt er fest. „Ich empfinde mich heute als aufgeschlossener und weniger zornig. Das hat sicher auch damit zu tun, dass Künstler in Deutschland auch dann respektiert werden, wenn sie sich kommerziell nicht auf höchstem Niveau bewegen.“ Manche Songs auf Everybody's Welcome reflektieren den Ortswechsel, gleichwohl ist er nicht das bestimmende Thema des Albums. „Man lernt viel über sich selbst und die eigene Kultur, wenn man auswärts lebt“, sagt Barritt, „womöglich hatte das einen Effekt auf meine Musik. Grundsätzlich ist es so, dass ich nun die Möglichkeit hatte, das Album genau so zu gestalten, wie ich es wollte.“

Eingespielt wurde Everybody's Welcome mit einigen Londonern sowie Vertrauten aus Berlin. Letztere, namentlich Keyboarderin Yasmin Hadisubrata, Schlagzeuger Michael Dau (beide u.a. Mic Donet, Ivy Quainoo) und E-Bassist Hannes Hüfken (Ed Motta, Dave Stewart, Katharina Franck) bilden den Nukleus der Band. „Michael begeistert mich durch seine einmalig feinfühlige Art,“ lobt Barritt, “aber für bestimmte Songs wollte ich einen Drummer, der eher klassisch amerikanischen Studio-Stil spielt.“ Daher nahm für vier Titel Chris Farr am Schlagzeug Platz. Die Bläserarrangements stammen aus Barritts Feder, gespielt wurden sie von zwei Prominenten der britischen Jazz-Szene. Trompeter Nick Smart veröffentlichte 2005 sein Debüt „Remembering Nick Drake“, spielte mit der Band Trogon afrokubanische Musik, nahm mit Kenny Wheeler, Norma Winstone u.a. auf. Saxophonist und Bass-Klarinettist Mark Lockheart war mit der Band Loose Tubes international erfolgreich und ab 2003 Mitglied der hoch gelobten Jazz-Erneuerer Polar Bear. Dieser Tage veröffentlicht Lockheart ein neues Album auf Englands spannendstem Jazzlabel Edition Records.

Ben Barritt hebt auch die Rolle von Produzent George Moore hervor, einem Kollegen aus der Londoner Jazzszene, der inzwischen auch als Musical Director, Co-Komponist und Keyboarder bei All Saints oder Kwabs international bekannt ist. „Mein Ziel war es, verglichen mit früheren Aufnahmen etwas mehr Jazz in der Instrumentierung und gleichzeitig eine prägnantere Pop-Ästhetik im Produktionsprozess zu entwickeln“ erklärt Barritt. „George ist sehr präzise und stellt die richtigen Fragen, mit einem riesigen Bewusstsein dafür, was dieser und jener Sound tatsächlich bedeutet oder aussagt.“ Dieses Spannungsfeld spiegelt sich auch in den beteiligten Studios wieder. Aufgenommen wurde im Berliner Bakermoon Studio (Me & My Drummer) und in den Urchin Studios in London (Lianne LaHavas, Bon Iver). Bei Mix (Teldex Studio Berlin) und Mastering (Alchemy London, u.a. Coldplay, Prince) lag der Fokus auf Dynamik bis hin zu leisen Tönen.

„You needn't speak too loudly to let your meaning show“, singt Ben Barritt in „Lamplighter“, dem ersten Titel des Albums. Aus dem Kontext des Songs herausgelöst steht die Zeile für Barritts grundsätzliche Haltung, die viele seiner nachdenklichen Texte prägt. Sein politisches Bewusstsein umgeht Zeigefinger und direkte Ratschläge, stattdessen kreiert Barritt als Autor eine Atmosphäre, die Hörer dazu einlädt, über Dinge nachzudenken. Das Titelstück „Everybody's Welcome“ entstand unter dem Eindruck von Donald Trumps Wahlkampagne. „Sie haben die Werbung zwischen Episoden von 'The Walking Dead' platziert, was die Angst gegenüber Fremden und Außenseitern geschickt geschürt haben dürfte“, spekuliert Barritt. „In meinem Song lade ich die Zombies ein, ins Haus zu kommen, um eine respektvolle und faktenbasierte Unterhaltung zu führen.“

In die gleiche Richtung zielt „Keep It Coming“, das zur Entwicklung eines gewaltlosen Widerstands gegen Politik aus dem Neandertal ermuntert. „Giant Steps“ kreist um vermeintliche Abhängigkeiten und die Schwierigkeit, sein Leben zu ändern. „Dark Eye“ basiert dagegen auf einer Teenager-Erfahrung, erklärt Barritt, nämlich nächtlichen Heimwegen zu Fuß auf Landstraßen ohne Licht. Damals habe er ein Auge vor den entgegenkommenden Autoscheinwerfern zugemacht, um seine Nachtsicht zu bewahren. Heute nimmt er dieses Bild als Metapher zum Zeitgeschehen. „Es erinnert mich daran, ein offenes Bewusstsein zu bewahren in einer Welt voller harter Kontraste. Wir sollten versuchen klar zu sehen statt einfach zu glauben, was uns gesagt wird. Angesichts einer immer stärker blendenden Propaganda ist die Freiheit des Denkens essentiell.“