Claudio Heinzmann
Large_uncropped_74b13bf2
DE Köln – Alternative Rock / Alternative / Rock / Alternative Rock / Indie
Claudio Heinzmann
Fans
Music Plays
12.8 K
Video Views
Youtube: 12.8 K Video Views
2
Gigs

Media

Gig History
No gigs added
Videos
Releases
Label / Release Type Year
nunc records
Edit-artist-releases-release-placeholder Taken By Giants EP 2016
Contact
Icon-booking
Booking
No Agency
Icon-management
Management
No Management
Icon-label
Publishing
Unsigned
Press Text
Press-text-quotation-mark
„The world began in Eden and ended in Los Angeles“, sang der Songwriter Phil Ochs einmal.

Vor drei Jahren ist der Schweizer Claudio Heinzmann nach Los Angeles gegangen, um zu sich selbst zu finden, zur Ruhe zu kommen und die Füße ins Meer zu halten. Eine Aus-Zeit, die gleichzeitig eine An-Zeit war, denn nicht alle Dinge enden in Los Angeles. Manche beginnen auch dort. So wie die Freundschaft mit einem ortsansässigen Gleichgesinnten, der von seinen Eltern auf den originellen Namen Dresden getauft worden war. Die beiden verbrachten viel Zeit miteinander in Hollywood. Erst auf Partys und an Pools, dann auf Claudios Veranda, dann in einem kleinen Musikstudio. Irgendwann hatten sie Gitarren in der Hand. Und irgendwann waren sie sich einig, dass Pearl Jam, Mars Volta und Tool ziemlich geile Bands sind. „Es war alles sehr organisch, es gab keinen Plan“, sagt Claudio. „Wir wurden zuerst Freunde und dann Bandmitglieder.“

Dazu muss man wissen, dass Claudio immer schon eine sehr dezidierte Vorstellung von einer Band, ihrem Umfeld und ihren Mitgliedern hatte. Mit seinem Yes-We-Can-Optimismus und seiner Ambition bei allem, was er tut, hat er immer schon den übernächsten Schritt im Blick. Für ihn ist eine Band eher Schicksals- als Interessengemeinschaft. Deswegen träumte der Sänger auch von einem Haus - samt Proberaum in der Garage - am Strand von Santa Monica, welches sich die ganze Band teilt. Autarker Spielplatz und gleichzeitig Keimzelle der Kreativität. Große Pläne für jemanden, der zu diesem Zeitpunkt im Grunde gar keine Band hatte. Und noch größere für jemanden, der im professionellen Play-For-Pay-Business von LA, Musiker mit entsprechend großem Commitment suchte.

Köln-Ehrenfeld ist ein Stadtteil, den man nur dann mit Santa Monica verwechseln kann, wenn es sehr warm ist, man das Rauschen der Autobahn für das des Ozeans hält und von der Polizei noch nicht aus dem kleinen Bassin am Blücherpark gefischt worden ist. Trotzdem spielt sich hier das nächste und entscheidende Kapitel der Band Taken By Giants ab. Denn hier, wo das Kölner Nachtleben am lebendigsten pulsiert, fand Claudio letzten Endes genau die Räumlichkeiten, die ihm vorschwebten. Wie passend sie sind, merkt man auch daran, dass schon ein Ortsbesuch spontane Lust weckt, seiner Band beizutreten, wofür es inzwischen leider ein bisschen zu spät ist. In einer Art und Weise, die man sich ruhig wie die Rekrutierungsszenen aus „Die glorreichen Sieben“ vorstellen kann, versammelte der Musiker zwei weitere Mitstreiter um sich. Schlagzeuger Linus wurde auf einem Festival in Baden-Baden eingesammelt, Gitarrendesperado Josh ging auf einer Party ins Netz, als er sich zu lange über Incubus unterhielt. Und Dresden? Der setzte sich kurz entschlossen ins Flugzeug. „Wir sind eben eine kosmopolitische Band“, sagt Dresden, der sich zurzeit abwechselnd in Los Angeles und in Köln aufhält.

Die 4 Songs auf ihrer ersten veröffentlichte EP sind alle sehnige, muskulöse Alternative-Songs, deren Komplexität ihrer emotionalen Wucht nie im Wege steht. Hier spannt sich übrigens auch der Bogen, denn ein bisschen Los Angeles – sowohl vom mythologischen als auch vom echten – ist immer noch in Taken by Giants enthalten. Man findet es in der großzügigen Produktion, dem Glamour- und Energielevel der Songs und der sonnengeküssten Überzeugung, dass auf lange Sicht eigentlich nichts schief laufen kann mit dieser Band. Wieso sollte es auch? 25 Jahre nach Nirvana und dem Höhepunkt des Alternative Rock sind Taken by Giants auf dem besten Weg zu zeigen, was sich mit echter Hingabe bewerkstelligen lässt.